Der Bruder des Gutsbesitzers Franz verließ den rein bäuerlichen Weg und begründete mit Agnes Kabeisemann eine Bochumer Unternehmerfamilie.
Heinrich Wilhelm Friemann und Agnes Kabeisemann mit Kindern
Grunddaten und familiärer Hintergrund
G18
1843–1909 · 1849–1923
Heinrich Wilhelm, ein jüngerer Sohn von Georg Johann Heinrich Friemann und Maria Clementine Dahm, heiratete 1870 Agnes Kabeisemann aus Goldhamme. Spätestens 1885 betrieb er an der Bochumer Kanalstraße eine Kornbranntweinbrennerei und Presshefefabrik.
Heinrich Wilhelm
17. Dezember 1843 – 31. Mai 1909
Agnes
12. Januar 1849 – 25. Februar 1923
Heirat
2. Juni 1870
Eltern Heinrich
Georg Johann Heinrich Friemann · Maria Clementine Dahm
Familie
neun Kinder
Unternehmen
Kornbranntweinbrennerei und Presshefefabrik · Kanalstraße 26
Grundlage: Familienchronik Band 1
Das Lebensbild
Zwei Lebenswege in der Altenbochumer Familiengeschichte
Belegte Grunddaten, familiäre Zusammenhänge und historische Einordnung werden nachvollziehbar voneinander unterschieden.
01
Früh Verantwortung übernommen
Heinrich Wilhelm verlor seine Mutter mit vier und seinen Vater mit 21 Jahren. Nach dem Tod des Vaters trug er Mitverantwortung für die Familie und entwickelte einen eigenständigen beruflichen Weg außerhalb der Landwirtschaft.
02
Agnes Kabeisemann aus Goldhamme
1870 heiratete er Agnes Kabeisemann. Aus der Ehe gingen neun Kinder hervor. Heinrich Wilhelm übernahm außerdem die Pflegschaft für die Kinder seiner früh verstorbenen Schwester Maria Agatha – ein in der Chronik hervorgehobenes Zeichen familiären Zusammenhalts.
Bochumer Kornbranntweinbrennerei u. Presshefefabrik Wilhelm Friemann Bochum03
Kornbranntweinbrennerei und Presshefefabrik
Seit 1885 ist Heinrich Wilhelm als Brennereibesitzer an der Kanalstraße 26 in Bochum belegt; der überlieferte Firmenname bezeichnet den Betrieb als „Bochumer Kornbranntweinbrennerei u. Presshefefabrik Wilhelm Friemann“. Nach Einordnung der Chronik handelte es sich vermutlich um einen mittelständischen Familienbetrieb, der landwirtschaftliche Rohstoffe aus dem Umland für den wachsenden städtischen Markt verarbeitete. Heinrich Wilhelm war damit kein Großindustrieller, sondern Teil des aufstrebenden Bochumer Gewerbe- und Unternehmerstandes. Nach seinem Tod 1909 übernahm sein Sohn Wilhelm Teile der Geschäftstätigkeit; das Unternehmen bestand mindestens bis in die 1920er Jahre fort.
04
Übergang in das städtische Bürgertum
Heinrich Wilhelm und Agnes stehen für den Übergang vom bäuerlichen Familienzweig in das städtische Gewerbe. Ihre Kinder wurden unter anderem Brauerei- und Fabrikbesitzer, Kaufleute und Chronist. Die Industrialisierung wurde damit Teil der eigenen Familiengeschichte.
Quellenhinweis Dieses Lebensbild folgt der Darstellung und den Einzelnachweisen in „Friemann aus Altenbochum – Familienchronik Band 1“, vierte Auflage 2026. Wo Partnernamen, Nachkommen oder Einzelheiten nicht gesichert überliefert sind, wird die Lücke ausdrücklich benannt. Historische Rekonstruktionen ersetzen keinen personenbezogenen Einzelbeleg.